Bookbot

Mythos und Moderne

Parametry

  • 176 stron
  • 7 godzin czytania

Więcej o książce

Die Mythen der Moderne sind vielfältig, wobei die sakralisierte Nation im 19. Jahrhundert in Europa zur zentralen Ikone wird. In Romanen, Theaterstücken, bildender Kunst, Opern und Schulbüchern ersetzt die Nation oft die Kirche als Heilsinstanz. Michael Ley interpretiert Nationalismus als politische Religion, die totalitäre Bewegungen prägt. Trotz unterschiedlicher Ausprägungen teilen alle Nationalismen die Auserwähltheit der eigenen Nation sowie religiöse Attribute wie Heiligkeit und Vorsehung. Nationalismus verweltlicht und nationalisiert die christliche Tradition und beansprucht das Erbe der Antike, indem er die Verwirklichung christlicher Erlösung und die Rückkehr zu einem „goldenen Zeitalter“ verspricht. Diese Ideen sind wiederkehrende Themen der europäischen Ideengeschichte: In der Renaissance und im Barock entstehen Utopien von idealen christlichen Staaten. Die radikale Aufklärung und Romantik verwandeln diese Utopien in politische Programme, die Erziehungsdiktaturen und organische Gesellschaften als totalitäre Erlösungsgemeinschaften propagieren. Moderne Totalitarismen radikalisieren nationale Mythen, indem sie die „heilige Nation“ durch Konzepte wie „Rasse“, „Partei“ oder „Gesetze der Geschichte“ ersetzen. Nationalismen und politische Religionen unterscheiden sich nicht strukturell, sondern im Ausmaß ihrer Totalisierung. Der Zusammenbruch dieser politischen Religionen markiert das Ende des Jahrhunderts der Extreme und

Zakup książki

Mythos und Moderne, Michael Ley

Język
Rok wydania
2005
Oprawa
(miękka)
Jak tylko się pojawi, wyślemy Ci wiadomość e-mail.

Metody płatności

Nikt jeszcze nie ocenił.Oceń

Tytuł
Mythos und Moderne
Język
niemiecki
Wydawca
Böhlau
Rok wydania
2005
Oprawa
miękka
Liczba stron
176
ISBN10
3205773128
ISBN13
9783205773122
Seria
Opis
Die Mythen der Moderne sind vielfältig, wobei die sakralisierte Nation im 19. Jahrhundert in Europa zur zentralen Ikone wird. In Romanen, Theaterstücken, bildender Kunst, Opern und Schulbüchern ersetzt die Nation oft die Kirche als Heilsinstanz. Michael Ley interpretiert Nationalismus als politische Religion, die totalitäre Bewegungen prägt. Trotz unterschiedlicher Ausprägungen teilen alle Nationalismen die Auserwähltheit der eigenen Nation sowie religiöse Attribute wie Heiligkeit und Vorsehung. Nationalismus verweltlicht und nationalisiert die christliche Tradition und beansprucht das Erbe der Antike, indem er die Verwirklichung christlicher Erlösung und die Rückkehr zu einem „goldenen Zeitalter“ verspricht. Diese Ideen sind wiederkehrende Themen der europäischen Ideengeschichte: In der Renaissance und im Barock entstehen Utopien von idealen christlichen Staaten. Die radikale Aufklärung und Romantik verwandeln diese Utopien in politische Programme, die Erziehungsdiktaturen und organische Gesellschaften als totalitäre Erlösungsgemeinschaften propagieren. Moderne Totalitarismen radikalisieren nationale Mythen, indem sie die „heilige Nation“ durch Konzepte wie „Rasse“, „Partei“ oder „Gesetze der Geschichte“ ersetzen. Nationalismen und politische Religionen unterscheiden sich nicht strukturell, sondern im Ausmaß ihrer Totalisierung. Der Zusammenbruch dieser politischen Religionen markiert das Ende des Jahrhunderts der Extreme und