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Brecht im Kofferraum

Aufsätze Anekdoten Abschweifungen

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  • 184 strony
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Meine ersten Erinnerungen an Bertolt Brecht sind mit einem Lesebuch verbunden, das ich Anfang der siebziger Jahre im Foyer der Arbeiterkammer Vöcklabruck erstand. Es war ein in Kommunistenkreisen beliebtes Buch, in der Sowjetunion gedruckt, das vor allem Brechts Texte präsentierte, die ihn als Dichter des Proletariats auszeichneten. Brechts späte Abrechnung mit Josef Stalin oder seine erotischen Gedichte fanden darin keinen Platz, ebenso wenig wie seine skeptischen Aufzeichnungen über die DDR oder seine Konflikte mit der kommunistischen Partei. Ich bin mir sicher, dass diesem Buch Brechts berühmtes Gedicht 'Fragen eines lesenden Arbeiters' als Motto vorangestellt war. Da mein Vater als Arbeiter Subjekt dieses Gedichts war, las ich ihm in unserer Küche in Timelkam diesen Text vor, in der Hoffnung, ihn für die Anliegen des internationalen Proletariats zu gewinnen. Doch mein Vater ließ sich davon nicht berühren und riet mir, mich lieber meinem Studium zu widmen, als ihn mit solchem 'Blödsinn' zu belästigen. Diese Reaktion bestätigte meine Befürchtungen, dass auch er ein ideologisches Opfer der Sozialpartnerschaftspolitik in Österreich geworden war und mehr für Garagentore als für den Klassenkampf interessierte. Dennoch ließ ich mich von solchen Rückschlägen nicht abhalten und engagierte mich weiterhin aktiv im Kommunistischen Studentenverband in Salzburg und widmete mich dem Studium der Werke Brechts.

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Brecht im Kofferraum, Kurt Palm

Język
Rok wydania
2006
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Tytuł
Brecht im Kofferraum
Podtytuł
Aufsätze Anekdoten Abschweifungen
Język
niemiecki
Autorzy
Kurt Palm
Wydawca
Löcker
Rok wydania
2006
Liczba stron
184
ISBN10
3854094523
ISBN13
9783854094524
Seria
Opis
Meine ersten Erinnerungen an Bertolt Brecht sind mit einem Lesebuch verbunden, das ich Anfang der siebziger Jahre im Foyer der Arbeiterkammer Vöcklabruck erstand. Es war ein in Kommunistenkreisen beliebtes Buch, in der Sowjetunion gedruckt, das vor allem Brechts Texte präsentierte, die ihn als Dichter des Proletariats auszeichneten. Brechts späte Abrechnung mit Josef Stalin oder seine erotischen Gedichte fanden darin keinen Platz, ebenso wenig wie seine skeptischen Aufzeichnungen über die DDR oder seine Konflikte mit der kommunistischen Partei. Ich bin mir sicher, dass diesem Buch Brechts berühmtes Gedicht 'Fragen eines lesenden Arbeiters' als Motto vorangestellt war. Da mein Vater als Arbeiter Subjekt dieses Gedichts war, las ich ihm in unserer Küche in Timelkam diesen Text vor, in der Hoffnung, ihn für die Anliegen des internationalen Proletariats zu gewinnen. Doch mein Vater ließ sich davon nicht berühren und riet mir, mich lieber meinem Studium zu widmen, als ihn mit solchem 'Blödsinn' zu belästigen. Diese Reaktion bestätigte meine Befürchtungen, dass auch er ein ideologisches Opfer der Sozialpartnerschaftspolitik in Österreich geworden war und mehr für Garagentore als für den Klassenkampf interessierte. Dennoch ließ ich mich von solchen Rückschlägen nicht abhalten und engagierte mich weiterhin aktiv im Kommunistischen Studentenverband in Salzburg und widmete mich dem Studium der Werke Brechts.