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Magdalenas Blau

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«Mach nichts kaputt, Magdalena!», rief es aus dem Fenster. Im Garten bewegte ich mich vorsichtig, roch an den Blüten und liebte das Zarte des Mohns. An einem Frühsommertag begann ich, Grünzeug zu essen, besonders die sauren Begonien-Blüten. Oft schmückte ich mich mit Blumen, was mir ein großartiges Gefühl gab. Ich wuchs wie ein wildes Mädchen auf und dachte, meine Puppe Dodo würde im Hortensientopf wachsen, wenn sie im Regen stand. Mit vier Jahren kannte ich viele Blautöne, dank meines Großvaters, eines Malermeisters, der mir half, meine schwachen Augen zu nutzen. Geboren 1933, kurz vor Hitlers Machtergreifung, lernte ich früh, mich in der Welt zurechtzufinden. Ich nahm an Schneeballschlachten teil, sprang von Straßenbahnen und konnte sogar lesen, indem ich mit dem linken Auge direkt auf das Papier schaute. Ich hörte die fernsten Bomber und fand mit Ohren, Nase und Händen aus dem brennenden Freiburg heraus. Mit zwölf Jahren hütete ich Schweine bei Verwandten auf dem Land und erblindete im Laufe der Jahre. Dennoch wurde ich eine begeisterte Gärtnerin und fand Glück an der Seite eines Dorfschullehrers. Ich erzähle unsentimental, witzig und poetisch von meinem Leben als Außenseiterin und gebe Einblicke in die Welt der Sehenden.

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Magdalenas Blau, Ulla Lachauer

Język
Rok wydania
2011
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Magdalenas Blau
Język
niemiecki
Wydawca
Rowohlt
Rok wydania
2011
Oprawa
twarda
ISBN10
3498039369
ISBN13
9783498039363
Seria
Tagi
Ocena
4,65 z 5
Opis
«Mach nichts kaputt, Magdalena!», rief es aus dem Fenster. Im Garten bewegte ich mich vorsichtig, roch an den Blüten und liebte das Zarte des Mohns. An einem Frühsommertag begann ich, Grünzeug zu essen, besonders die sauren Begonien-Blüten. Oft schmückte ich mich mit Blumen, was mir ein großartiges Gefühl gab. Ich wuchs wie ein wildes Mädchen auf und dachte, meine Puppe Dodo würde im Hortensientopf wachsen, wenn sie im Regen stand. Mit vier Jahren kannte ich viele Blautöne, dank meines Großvaters, eines Malermeisters, der mir half, meine schwachen Augen zu nutzen. Geboren 1933, kurz vor Hitlers Machtergreifung, lernte ich früh, mich in der Welt zurechtzufinden. Ich nahm an Schneeballschlachten teil, sprang von Straßenbahnen und konnte sogar lesen, indem ich mit dem linken Auge direkt auf das Papier schaute. Ich hörte die fernsten Bomber und fand mit Ohren, Nase und Händen aus dem brennenden Freiburg heraus. Mit zwölf Jahren hütete ich Schweine bei Verwandten auf dem Land und erblindete im Laufe der Jahre. Dennoch wurde ich eine begeisterte Gärtnerin und fand Glück an der Seite eines Dorfschullehrers. Ich erzähle unsentimental, witzig und poetisch von meinem Leben als Außenseiterin und gebe Einblicke in die Welt der Sehenden.