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Die Schia und die Koranfälschung

2., ergänzte und aktualisierte Auflage

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Die konfessionelle Polemik zwischen Sunniten und Schiiten ist fast so alt wie der Islam selbst, mit einer langen Liste von Streitpunkten. Besonders heikel ist der Vorwurf der Koranfälschung, den schiitische Theologen erheben. Sie behaupten, dass sunnitische Gelehrte, die die Textfragmente sammelten, alle Hinweise auf ʿAlī, den Schwiegersohn Muḥammads und ersten Imam der Schia, sowie auf die Familie des Propheten unterdrückt und damit das Wort Gottes verfälscht hätten. Diese Unterstellung war vor allem unter frühen Schiiten verbreitet, wurde jedoch ab der Mitte des 10. Jahrhunderts zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Innnerschiitische Auseinandersetzungen über den Umgang mit heilsgeschichtlichen Quellen führten dazu, dass das Thema immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Im späten 19. Jahrhundert markierte der schiitische Gelehrte Ḥusain an-Nūrī aṭ-Ṭabrisī einen Wendepunkt, indem er alle ihm bekannten Fundstellen aus sunnitischen und schiitischen Quellen in einem Buch zusammenfasste. Obwohl er von der Mehrheit der schiitischen Geistlichkeit, die sich von seiner Tradition distanziert, stark angefeindet wird, legte sein Werk die Grundlage dafür, dass der Vorwurf der Koranfälschung im 20. Jahrhundert von sunnitischen Polemikern aufgegriffen wurde und heute einen zentralen Streitpunkt im Islam darstellt.

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Die Schia und die Koranfälschung, Rainer Brunner

Język
Rok wydania
2023
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Die Schia und die Koranfälschung
Podtytuł
2., ergänzte und aktualisierte Auflage
Język
niemiecki
Rok wydania
2023
Oprawa
miękka
Liczba stron
153
ISBN10
3447105690
ISBN13
9783447105699
Seria
Tagi
Opis
Die konfessionelle Polemik zwischen Sunniten und Schiiten ist fast so alt wie der Islam selbst, mit einer langen Liste von Streitpunkten. Besonders heikel ist der Vorwurf der Koranfälschung, den schiitische Theologen erheben. Sie behaupten, dass sunnitische Gelehrte, die die Textfragmente sammelten, alle Hinweise auf ʿAlī, den Schwiegersohn Muḥammads und ersten Imam der Schia, sowie auf die Familie des Propheten unterdrückt und damit das Wort Gottes verfälscht hätten. Diese Unterstellung war vor allem unter frühen Schiiten verbreitet, wurde jedoch ab der Mitte des 10. Jahrhunderts zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Innnerschiitische Auseinandersetzungen über den Umgang mit heilsgeschichtlichen Quellen führten dazu, dass das Thema immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Im späten 19. Jahrhundert markierte der schiitische Gelehrte Ḥusain an-Nūrī aṭ-Ṭabrisī einen Wendepunkt, indem er alle ihm bekannten Fundstellen aus sunnitischen und schiitischen Quellen in einem Buch zusammenfasste. Obwohl er von der Mehrheit der schiitischen Geistlichkeit, die sich von seiner Tradition distanziert, stark angefeindet wird, legte sein Werk die Grundlage dafür, dass der Vorwurf der Koranfälschung im 20. Jahrhundert von sunnitischen Polemikern aufgegriffen wurde und heute einen zentralen Streitpunkt im Islam darstellt.