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Zauberei und Hexenwerk

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In den letzten Jahren haben Historiker und Kulturwissenschaftler umfassende Studien zur Hexenverfolgung veröffentlicht, die oft nur gängige Erklärungsansätze variieren. Dabei werden 'das einfache Volk' oder 'weise Frauen und Hebammen' häufig als ohnmächtige Opfer von Herrschaft, Kirche oder Massenhysterie dargestellt. Diese Arbeit verfolgt einen differenzierteren Ansatz. Durch eine intensive Analyse von Hexenprozessakten aus dem Saarland, Lothringen, Kurtrier und Pfalz-Zweibrücken wird die Praxis der Hexenverfolgung in ländlichen Gemeinden rekonstruiert und aus der Sicht von Zeitzeugen betrachtet. Es zeigt sich ein 'Hexendeutungsmuster', das an das magisch geprägte Weltbild der ländlichen Bevölkerung anknüpft und Elemente der kirchlichen Hexenlehre integriert. Dieses Muster ermöglichte es den Menschen, Hexen und Zauberer in ihrer Umgebung zu identifizieren, sich vor ihnen zu schützen und sie den dörflichen Hexenausschüssen zu übergeben. Gleichzeitig setzte es sie jedoch auch Verdächtigungen durch Mitmenschen aus. Aus dieser Perspektive erscheinen die Menschen der Region nicht länger als hilflose Opfer, sondern als aktive Teilnehmer an den Verfolgungen. Sie agierten in den Kategorien des Deutungsmusters und scheuten sich nicht, als Zeugen, Kläger oder Denunzianten auszusagen, wodurch Nachbarn und Angehörige der 'peinlichen Frage' übergeben wurden.

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Zauberei und Hexenwerk, Eva Labouvie

Język
Rok wydania
1991
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Tytuł
Zauberei und Hexenwerk
Język
niemiecki
Rok wydania
1991
ISBN10
3596104939
ISBN13
9783596104932
Seria
Ocena
2,65 z 5
Opis
In den letzten Jahren haben Historiker und Kulturwissenschaftler umfassende Studien zur Hexenverfolgung veröffentlicht, die oft nur gängige Erklärungsansätze variieren. Dabei werden 'das einfache Volk' oder 'weise Frauen und Hebammen' häufig als ohnmächtige Opfer von Herrschaft, Kirche oder Massenhysterie dargestellt. Diese Arbeit verfolgt einen differenzierteren Ansatz. Durch eine intensive Analyse von Hexenprozessakten aus dem Saarland, Lothringen, Kurtrier und Pfalz-Zweibrücken wird die Praxis der Hexenverfolgung in ländlichen Gemeinden rekonstruiert und aus der Sicht von Zeitzeugen betrachtet. Es zeigt sich ein 'Hexendeutungsmuster', das an das magisch geprägte Weltbild der ländlichen Bevölkerung anknüpft und Elemente der kirchlichen Hexenlehre integriert. Dieses Muster ermöglichte es den Menschen, Hexen und Zauberer in ihrer Umgebung zu identifizieren, sich vor ihnen zu schützen und sie den dörflichen Hexenausschüssen zu übergeben. Gleichzeitig setzte es sie jedoch auch Verdächtigungen durch Mitmenschen aus. Aus dieser Perspektive erscheinen die Menschen der Region nicht länger als hilflose Opfer, sondern als aktive Teilnehmer an den Verfolgungen. Sie agierten in den Kategorien des Deutungsmusters und scheuten sich nicht, als Zeugen, Kläger oder Denunzianten auszusagen, wodurch Nachbarn und Angehörige der 'peinlichen Frage' übergeben wurden.