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Von Mäusen und Menschen

Über Wissenschaft, Gutachter und ihre Akten

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«Sehr geehrte Damen und Herren, vor Ihnen steht eine ‹verstimmbare, haltlose, geltungsbedürftige und moralisch schwachsinnige Psychopathin mit neuro­tischen Zügen und einem starken Hang zur Selbstüber­schätzung, was ihr Wunsch, Schriftstellerin zu wer­den, beweist. In Erwägung ihrer hereditären Belastung – die Probandin gehört zur dritten Generation einer degenerierten Vagantenfamilie – kann eine dauernde Einweisung in eine Psychiatrische Klinik nicht aus ge­schlossen werden›.» Mit diesem Zitat aus einem psychiatrischen Gutachten über sich beginnt Mariella Mehrs Rede anlässlich der Ehrendoktorwürde der Universität Basel. Sie erzählt von ihren Gutachtern, einem, der nur so lange Schach mit ihr spielte, wie er gewann, oder einem, der seine Doktorarbeit abge schrie­ben hatte. Sie erzählt von ihren Akten, die noch immer herumgereicht werden, auch privat, und sie fragt, was mit diesen Akten geschehen wird, wenn die Menschen­ verachtung mal wieder Oberhand gewinnt. Und sie appelliert an die Wissenschaft, Verantwortung zu über­nehmen für ihre Begriffe, mit denen sie Menschen bezeichnet und zeichnet fürs Leben.

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Von Mäusen und Menschen, Mariella Mehr

Język
Rok wydania
2022
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Tytuł
Von Mäusen und Menschen
Podtytuł
Über Wissenschaft, Gutachter und ihre Akten
Język
niemiecki
Rok wydania
2022
Liczba stron
56
ISBN10
3039260286
ISBN13
9783039260287
Seria
Tagi
Opis
«Sehr geehrte Damen und Herren, vor Ihnen steht eine ‹verstimmbare, haltlose, geltungsbedürftige und moralisch schwachsinnige Psychopathin mit neuro­tischen Zügen und einem starken Hang zur Selbstüber­schätzung, was ihr Wunsch, Schriftstellerin zu wer­den, beweist. In Erwägung ihrer hereditären Belastung – die Probandin gehört zur dritten Generation einer degenerierten Vagantenfamilie – kann eine dauernde Einweisung in eine Psychiatrische Klinik nicht aus ge­schlossen werden›.» Mit diesem Zitat aus einem psychiatrischen Gutachten über sich beginnt Mariella Mehrs Rede anlässlich der Ehrendoktorwürde der Universität Basel. Sie erzählt von ihren Gutachtern, einem, der nur so lange Schach mit ihr spielte, wie er gewann, oder einem, der seine Doktorarbeit abge schrie­ben hatte. Sie erzählt von ihren Akten, die noch immer herumgereicht werden, auch privat, und sie fragt, was mit diesen Akten geschehen wird, wenn die Menschen­ verachtung mal wieder Oberhand gewinnt. Und sie appelliert an die Wissenschaft, Verantwortung zu über­nehmen für ihre Begriffe, mit denen sie Menschen bezeichnet und zeichnet fürs Leben.