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Grimms Märchen, Blaubart - Blut & Dinge

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Typisch für eine Anzahl der an blinden Flecken reichen Märchen ist, dass das Motiv von Rache und Vergeltung fehlt. Eine harmlose Neckerei, ein kleines Delikt oder ein bloß zufälliger Umstand stehen am Beginn sogenannter Schwank-, Vexier- und Formelmärchen und eröffnen damit eine Reihe von Tätlichkeiten, die ein außer Kontrolle geratendes oder im Stillen wirkendes Rachehandeln nahelegen. Meist richtet sich das Rachegelüst gegen Hausherrn oder Wirte, mit Vorliebe auch gegen Bewohner und Besucher von Haus und Hof, um ein nicht näher ausformuliertes Unrecht auszugleichen. Mag sein, dass die hier zu Wort kommenden Situationen einfach und nachvollziehbar scheinen, wie die Vorrede der beiden Brüder mit Blick auf hungernde Eltern, ausgesetzte Kinder und harte Stiefmütter bekennt, weil jede »ächte Poesie niemals ohne Beziehung auf das Leben seyn kann«. Doch sind die Lösungen, die aus dem Dilemma der Konkurrenz um Schönheit, dem nagenden Hunger, dem unerfüllten Kinderwunsch, der untergeschobenen oder sich gegenseitig abschlachtenden Kinder, ebenso verstörend wie düster. Für Robert Darnton sind Märchen – bei ihm sind es die französischen Märchen des 18. Jahrhunderts – eine Arena roher und unverstellter Brutalität, zu der »Vergewaltigung und Sodomie bis hin zu Inzest und Kannibalismus« gehören. (Auszug aus dem Nachwort von Mona Körte)

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Grimms Märchen, Blaubart - Blut & Dinge, Henrik Schrat

Język
Rok wydania
2023
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Tytuł
Grimms Märchen, Blaubart - Blut & Dinge
Język
niemiecki
Rok wydania
2023
Liczba stron
285
ISBN10
3864852498
ISBN13
9783864852497
Seria
Kategorie
Tagi
Ocena
4 z 5
Opis
Typisch für eine Anzahl der an blinden Flecken reichen Märchen ist, dass das Motiv von Rache und Vergeltung fehlt. Eine harmlose Neckerei, ein kleines Delikt oder ein bloß zufälliger Umstand stehen am Beginn sogenannter Schwank-, Vexier- und Formelmärchen und eröffnen damit eine Reihe von Tätlichkeiten, die ein außer Kontrolle geratendes oder im Stillen wirkendes Rachehandeln nahelegen. Meist richtet sich das Rachegelüst gegen Hausherrn oder Wirte, mit Vorliebe auch gegen Bewohner und Besucher von Haus und Hof, um ein nicht näher ausformuliertes Unrecht auszugleichen. Mag sein, dass die hier zu Wort kommenden Situationen einfach und nachvollziehbar scheinen, wie die Vorrede der beiden Brüder mit Blick auf hungernde Eltern, ausgesetzte Kinder und harte Stiefmütter bekennt, weil jede »ächte Poesie niemals ohne Beziehung auf das Leben seyn kann«. Doch sind die Lösungen, die aus dem Dilemma der Konkurrenz um Schönheit, dem nagenden Hunger, dem unerfüllten Kinderwunsch, der untergeschobenen oder sich gegenseitig abschlachtenden Kinder, ebenso verstörend wie düster. Für Robert Darnton sind Märchen – bei ihm sind es die französischen Märchen des 18. Jahrhunderts – eine Arena roher und unverstellter Brutalität, zu der »Vergewaltigung und Sodomie bis hin zu Inzest und Kannibalismus« gehören. (Auszug aus dem Nachwort von Mona Körte)