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Werke Band 8.1

Harte Zeiten. Texte 1992-1997

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Wie wenn zwischen der geographischen und der politischen Gestalt ein gesetzmäßiger Zusammenhang bestünde, nahm die Bundesrepublik im Maße, wie sie auf der landkarte wieder mit dem deutschen Reich kongruierte, auch dessen Wesenszüge an. Was als Rückfall in die Vorgeschichte erschien, war die Konsequenz des Fortschritts. Geändert hat sich seither nur, daß die Entwicklung an Stetigkeit gewann, was sie an Dynamik verlor. Sie wurde zum Dauerzustand, dessen Ende nicht in Sicht ist. Der Trend ist stabil, weil es »für das Leiden des Einzelnen wie der Gemeinschaften nur eine Grenze, über die hinaus es nicht mehr weitergeht, gibt: die Vernichtung« (Benjamin). Vernichtung aber bedeutet Arbeit ohne Ende. Je weiter sie fortschreitet, desto langsamer kommt sie voran. Sie stagniert, wenn Krieg, Vertreibung und Verelendung nur noch wenige entkräftete übrigließen, die sich auf ein großes Gebiet verteilen. Dann sorgen die Selbstschutzkräfte der Natur dafür, dass die Menschheit ihr Ziel nicht erreicht, und alles fängt wieder von vorne an. Nichts ist derzeit so sicher wie die Zukunft.

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Werke Band 8.1, Wolfgang Pohrt

Język
Rok wydania
2020
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Werke Band 8.1
Podtytuł
Harte Zeiten. Texte 1992-1997
Język
niemiecki
Rok wydania
2020
Oprawa
twarda
ISBN10
3893202641
ISBN13
9783893202645
Seria
Tagi
Opis
Wie wenn zwischen der geographischen und der politischen Gestalt ein gesetzmäßiger Zusammenhang bestünde, nahm die Bundesrepublik im Maße, wie sie auf der landkarte wieder mit dem deutschen Reich kongruierte, auch dessen Wesenszüge an. Was als Rückfall in die Vorgeschichte erschien, war die Konsequenz des Fortschritts. Geändert hat sich seither nur, daß die Entwicklung an Stetigkeit gewann, was sie an Dynamik verlor. Sie wurde zum Dauerzustand, dessen Ende nicht in Sicht ist. Der Trend ist stabil, weil es »für das Leiden des Einzelnen wie der Gemeinschaften nur eine Grenze, über die hinaus es nicht mehr weitergeht, gibt: die Vernichtung« (Benjamin). Vernichtung aber bedeutet Arbeit ohne Ende. Je weiter sie fortschreitet, desto langsamer kommt sie voran. Sie stagniert, wenn Krieg, Vertreibung und Verelendung nur noch wenige entkräftete übrigließen, die sich auf ein großes Gebiet verteilen. Dann sorgen die Selbstschutzkräfte der Natur dafür, dass die Menschheit ihr Ziel nicht erreicht, und alles fängt wieder von vorne an. Nichts ist derzeit so sicher wie die Zukunft.