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Moderne und Mythos

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Kann die Moderne noch etwas mit dem Mythos anfangen oder hat sie ihn ad acta gelegt? Die Aufklärung hat den Mythos als naive Erzählung entlarvt, doch mit der ästhetischen Moderne in der Romantik und bei Hölderlin beginnt eine Renaissance des Mythos. Die „Neue Mythologie“ bleibt nicht hinter der analytischen Vernunft zurück; sie strebt an, eine umfassendere, aufgeklärtere Vernunft zu sein. So ist die gesamte literarische Moderne bis in die Gegenwart vom Mythos geprägt, der ein elementares menschliches Bedürfnis nach Deutung und Sinn verkörpert. Die Moderne ist daher ein fortwährender Prozess der Arbeit am Mythos, wobei große Literatur in diesem Sinne mythisch bleibt und auf die kontingente Existenz des Menschen verweist. Gleichzeitig beginnt mit Napoleon eine unheilige Überhöhung des sich selbst ermächtigenden Subjekts und seiner Macht, was auch viele weniger bedeutende literarische Werke betrifft. Hier rückt der moderne Mythos in die Nähe der Ideologie. Kritische Literatur reflektiert diesen Prozess der Bildung von Ersatzmythologien. Moderne und Mythos bilden somit eine ambivalente Geschichte, in der die Notwendigkeit des Mythos mit der Geschichte eines „unheiligen“ Missbrauchs in dieser Epoche verbunden ist.

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Moderne und Mythos, Silvio Vietta, Herbert Uerlings

Język
Rok wydania
2006
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Moderne und Mythos
Język
niemiecki
Rok wydania
2006
Oprawa
miękka
Liczba stron
263
ISBN10
3770543610
ISBN13
9783770543618
Seria
Opis
Kann die Moderne noch etwas mit dem Mythos anfangen oder hat sie ihn ad acta gelegt? Die Aufklärung hat den Mythos als naive Erzählung entlarvt, doch mit der ästhetischen Moderne in der Romantik und bei Hölderlin beginnt eine Renaissance des Mythos. Die „Neue Mythologie“ bleibt nicht hinter der analytischen Vernunft zurück; sie strebt an, eine umfassendere, aufgeklärtere Vernunft zu sein. So ist die gesamte literarische Moderne bis in die Gegenwart vom Mythos geprägt, der ein elementares menschliches Bedürfnis nach Deutung und Sinn verkörpert. Die Moderne ist daher ein fortwährender Prozess der Arbeit am Mythos, wobei große Literatur in diesem Sinne mythisch bleibt und auf die kontingente Existenz des Menschen verweist. Gleichzeitig beginnt mit Napoleon eine unheilige Überhöhung des sich selbst ermächtigenden Subjekts und seiner Macht, was auch viele weniger bedeutende literarische Werke betrifft. Hier rückt der moderne Mythos in die Nähe der Ideologie. Kritische Literatur reflektiert diesen Prozess der Bildung von Ersatzmythologien. Moderne und Mythos bilden somit eine ambivalente Geschichte, in der die Notwendigkeit des Mythos mit der Geschichte eines „unheiligen“ Missbrauchs in dieser Epoche verbunden ist.