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Entstehung und Folgen der Schriftkultur

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Der Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und die Ablösung verschiedener Schriftsysteme bis zu ihrer Perfektion in der alphabetischen Schrift der Griechen bedeutet mehr als einen technologischen Wandel der Kommunikationsmedien. Die Abstraktionsleistung, die zur Erfindung der Schrift, besonders der phonetischen, nötig ist, hat bestimmte soziale Voraussetzungen. Umgekehrt beschleunigt der tägliche Gebrauch der Schrift soziale Veränderungen, da der Kopf von der Mühe des Gedächtnisses befreit und für konzeptuelles Denken frei wird. Von den kulturellen Einbußen und Gewinnen, die die Vollendung der Schriftlichkeit mit sich bringt, ist die europäische Zivilisation geprägt: den Verlust an Unmittelbarkeit bei der Ablösung der mündlichen Rede durch die schriftliche Aufzeichnung hat bereits Plato beklagt; das Bewahren und damit Veralten der fixierten Texte läßt jedoch zugleich ein kritisches Bewußtsein entstehen und bezeichnet den Beginn der geschichtlichen Erfahrung, die das Vergangene vom Gegenwärtigen zu scheiden weiß.

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Entstehung und Folgen der Schriftkultur, Jack Goody

Język
Rok wydania
1986
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Entstehung und Folgen der Schriftkultur
Język
niemiecki
Autorzy
Jack Goody
Wydawca
Suhrkamp
Rok wydania
1986
Oprawa
miękka
ISBN10
351828200X
ISBN13
9783518282007
Seria
Ocena
4,1 z 5
Opis
Der Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und die Ablösung verschiedener Schriftsysteme bis zu ihrer Perfektion in der alphabetischen Schrift der Griechen bedeutet mehr als einen technologischen Wandel der Kommunikationsmedien. Die Abstraktionsleistung, die zur Erfindung der Schrift, besonders der phonetischen, nötig ist, hat bestimmte soziale Voraussetzungen. Umgekehrt beschleunigt der tägliche Gebrauch der Schrift soziale Veränderungen, da der Kopf von der Mühe des Gedächtnisses befreit und für konzeptuelles Denken frei wird. Von den kulturellen Einbußen und Gewinnen, die die Vollendung der Schriftlichkeit mit sich bringt, ist die europäische Zivilisation geprägt: den Verlust an Unmittelbarkeit bei der Ablösung der mündlichen Rede durch die schriftliche Aufzeichnung hat bereits Plato beklagt; das Bewahren und damit Veralten der fixierten Texte läßt jedoch zugleich ein kritisches Bewußtsein entstehen und bezeichnet den Beginn der geschichtlichen Erfahrung, die das Vergangene vom Gegenwärtigen zu scheiden weiß.