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Kleine Dichtungen

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Auf Ihren Brief, hochverehrter Herr, den ich heute abend auf dem Tisch fand, und worin Sie mich ersuchen, Ihnen Zeit und Ort anzugeben, wo Sie mich kennen lernen konnten, muss ich Ihnen antworten, dass ich nicht recht weiss, was ich Ihnen sagen soll. Einiges und anderes Bedenken steigt in mir auf, denn ich bin ein Mensch, mussen Sie wissen, der nicht lohnt, kennen gelernt zu werden. Ich bin ausserordentlich unhoflich, und an Manieren besitze ich so gut wie nichts. Ihnen Gelegenheit geben, mich zu sehen, hiesse, Sie mit einem Menschen bekannt machen, der seinen Filzhuten den Rand mit der Schere halb abschneidet, um ihnen ein wusteres Aussehen zu verleihen. Mochten Sie einen solchen Sonderling vor Augen haben? Ihr liebenswurdiger Brief hat mich sehr gefreut. Doch Sie irren sich in der Adresse. Ich bin Der nicht, der verdient, solcherlei Hoflichkeiten zu empfangen. Ich bitte Sie: Stehen Sie sogleich ab von dem Wunsch, meine Bekanntschaft zu machen. Artigkeit steht mir schlecht zu Gesicht. Ich musste Ihnen gegenuber die notwendige Artigkeit hervorkehren; und das eben mochte ich vermeiden, da ich weiss, dass artiges und manierliches Betragen mich nicht kleidet. Auch bin ich nicht gern artig; es langweilt mich. Ich vermute, dass Sie eine Frau haben, dass Ihre Frau elegant ist, und dass bei Ihnen so etwas wie ein Salon ist. Wer sich so feiner und schoner Ausdrucke bedient wie Sie, hat e

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Kleine Dichtungen, Robert Walser

Język
Rok wydania
1980
Oprawa
(twarda),
Stan książki
Dobry
Cena
28,35 zł

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4,3
Bardzo dobra
16 Ocena

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Tytuł
Kleine Dichtungen
Język
niemiecki
Wydawca
Suhrkamp
Rok wydania
1980
Oprawa
twarda
Liczba stron
210
ISBN10
3518016849
ISBN13
9783518016848
Seria
Ocena
4,25 z 5
Opis
Auf Ihren Brief, hochverehrter Herr, den ich heute abend auf dem Tisch fand, und worin Sie mich ersuchen, Ihnen Zeit und Ort anzugeben, wo Sie mich kennen lernen konnten, muss ich Ihnen antworten, dass ich nicht recht weiss, was ich Ihnen sagen soll. Einiges und anderes Bedenken steigt in mir auf, denn ich bin ein Mensch, mussen Sie wissen, der nicht lohnt, kennen gelernt zu werden. Ich bin ausserordentlich unhoflich, und an Manieren besitze ich so gut wie nichts. Ihnen Gelegenheit geben, mich zu sehen, hiesse, Sie mit einem Menschen bekannt machen, der seinen Filzhuten den Rand mit der Schere halb abschneidet, um ihnen ein wusteres Aussehen zu verleihen. Mochten Sie einen solchen Sonderling vor Augen haben? Ihr liebenswurdiger Brief hat mich sehr gefreut. Doch Sie irren sich in der Adresse. Ich bin Der nicht, der verdient, solcherlei Hoflichkeiten zu empfangen. Ich bitte Sie: Stehen Sie sogleich ab von dem Wunsch, meine Bekanntschaft zu machen. Artigkeit steht mir schlecht zu Gesicht. Ich musste Ihnen gegenuber die notwendige Artigkeit hervorkehren; und das eben mochte ich vermeiden, da ich weiss, dass artiges und manierliches Betragen mich nicht kleidet. Auch bin ich nicht gern artig; es langweilt mich. Ich vermute, dass Sie eine Frau haben, dass Ihre Frau elegant ist, und dass bei Ihnen so etwas wie ein Salon ist. Wer sich so feiner und schoner Ausdrucke bedient wie Sie, hat e