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Psychoanalyse

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Mein erster Eindruck, als die Vorlesung vor mir lag, war der einer Nachricht aus einer anderen Welt. Das ›konkrete gesellschaftliche Allgemeine‹ – wer würde es heute noch so benennen, nachdem die Kluft zwischen virtuell und real aufgehoben wurde? Die Fragen, die vor 25 Jahren gestellt wurden, sind jedoch nach wie vor aktuell. Der Begriff, den der Herausgeber in den Titel gesetzt hat, bezeichnet nicht nur den materiellen Existenzbegriff, den ich den abstrakten Zwängen entgegenhielt, sondern auch die Utopie, die ich den Sozialwissenschaften zurückgewinnen wollte. Mit diesem Begriff versuche ich, an der materialen Reflexion in der Psychoanalyse Freuds und in Marx’ Kritik der politischen Ökonomie festzuhalten. Es ist entscheidend, den Reflexionsanspruch, der beiden gemeinsam ist, nicht aufzugeben. Die Opferlogik, die hier und dort als tertium der Reflexion fungiert, ist so alt wie die Menschheit selbst. Aus der Psychoanalyse Freuds zu lernen, ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit der vorschnellen Instrumentalisierung der Marxschen Theorie und der Vorstellung, dass mit der Beseitigung des Kapitalismus die Opferlogik außer Kraft gesetzt sei. Die Frage, wie die Opfergesellschaft in opferfreie Bündnisse verwandelt werden kann, sollte als emanzipatorische Grundfrage der Religionswissenschaft verstanden werden.

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Psychoanalyse, Heinrich Klaus

Język
Rok wydania
2001
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Psychoanalyse
Język
niemiecki
Wydawca
Stroemfeld
Rok wydania
2001
Oprawa
twarda
Liczba stron
394
ISBN10
387877768X
ISBN13
9783878777687
Seria
Opis
Mein erster Eindruck, als die Vorlesung vor mir lag, war der einer Nachricht aus einer anderen Welt. Das ›konkrete gesellschaftliche Allgemeine‹ – wer würde es heute noch so benennen, nachdem die Kluft zwischen virtuell und real aufgehoben wurde? Die Fragen, die vor 25 Jahren gestellt wurden, sind jedoch nach wie vor aktuell. Der Begriff, den der Herausgeber in den Titel gesetzt hat, bezeichnet nicht nur den materiellen Existenzbegriff, den ich den abstrakten Zwängen entgegenhielt, sondern auch die Utopie, die ich den Sozialwissenschaften zurückgewinnen wollte. Mit diesem Begriff versuche ich, an der materialen Reflexion in der Psychoanalyse Freuds und in Marx’ Kritik der politischen Ökonomie festzuhalten. Es ist entscheidend, den Reflexionsanspruch, der beiden gemeinsam ist, nicht aufzugeben. Die Opferlogik, die hier und dort als tertium der Reflexion fungiert, ist so alt wie die Menschheit selbst. Aus der Psychoanalyse Freuds zu lernen, ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit der vorschnellen Instrumentalisierung der Marxschen Theorie und der Vorstellung, dass mit der Beseitigung des Kapitalismus die Opferlogik außer Kraft gesetzt sei. Die Frage, wie die Opfergesellschaft in opferfreie Bündnisse verwandelt werden kann, sollte als emanzipatorische Grundfrage der Religionswissenschaft verstanden werden.