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Gänseliesel

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Weite, wogende Kornfelder, rotblühendes Haideland und bräunliche Steppe, begrenzt von endlosem Kiefernwald, bilden eine melancholische, nordische Landschaft. Der Himmel spannt sich in einförmigem Regengrau oder strahlendem Sommerblau über die flache, einsame Ebene, die ausdruckslos wie ein schlafendes Gesicht daliegt. Am Waldessaum blitzt plötzlich ein schilfumkränzter See auf, verborgen zwischen Wald und Haide, der sein träumerisches Lied von Sehnsucht erklingen lässt. Es ist Juni, die Rosen blühen, und die Luft zittert vor Hitze. Der Wind bringt nur schwüle Duftwogen, die ihn selbst berauschen, sodass er kraftlos in die Lindenblüten sinkt. Ein junges Mädchen schreitet am kleinen Bach entlang, mit einem grobgeflochtenen Gartenhut und einer verblichenen Schleife, die ihre Stirn und Augen beschattet. Ihr schlichtes Kattunkleid rauscht um die zierliche Figur, während sie große, derblederne Schuhe trägt, die tiefe Spuren im Sand hinterlassen. In der sonnverbrannten Hand hält sie ein Butterbrot und genießt dazu köstliche Herzkirschen, die auf einem Kohlblatt ruhen. Gelegentlich bleibt sie stehen, blickt nachdenklich auf den Klee und versucht, die Blätter mit ihrer Schuhspitze auseinanderzubiegen. Schließlich beugt sie sich hastig vor und entdeckt jubelnd ein Vierblatt: „Endlich! Jetzt mach' die Augen auf! Hier hab' ich's ja, das Glück!“

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Gänseliesel, Nataly von Eschstruth

Język
Rok wydania
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Gänseliesel
Język
niemiecki
Wydawca
Paul List
Oprawa
twarda
Seria
Kategorie
Opis
Weite, wogende Kornfelder, rotblühendes Haideland und bräunliche Steppe, begrenzt von endlosem Kiefernwald, bilden eine melancholische, nordische Landschaft. Der Himmel spannt sich in einförmigem Regengrau oder strahlendem Sommerblau über die flache, einsame Ebene, die ausdruckslos wie ein schlafendes Gesicht daliegt. Am Waldessaum blitzt plötzlich ein schilfumkränzter See auf, verborgen zwischen Wald und Haide, der sein träumerisches Lied von Sehnsucht erklingen lässt. Es ist Juni, die Rosen blühen, und die Luft zittert vor Hitze. Der Wind bringt nur schwüle Duftwogen, die ihn selbst berauschen, sodass er kraftlos in die Lindenblüten sinkt. Ein junges Mädchen schreitet am kleinen Bach entlang, mit einem grobgeflochtenen Gartenhut und einer verblichenen Schleife, die ihre Stirn und Augen beschattet. Ihr schlichtes Kattunkleid rauscht um die zierliche Figur, während sie große, derblederne Schuhe trägt, die tiefe Spuren im Sand hinterlassen. In der sonnverbrannten Hand hält sie ein Butterbrot und genießt dazu köstliche Herzkirschen, die auf einem Kohlblatt ruhen. Gelegentlich bleibt sie stehen, blickt nachdenklich auf den Klee und versucht, die Blätter mit ihrer Schuhspitze auseinanderzubiegen. Schließlich beugt sie sich hastig vor und entdeckt jubelnd ein Vierblatt: „Endlich! Jetzt mach' die Augen auf! Hier hab' ich's ja, das Glück!“