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Haben Sie schon einmal einen Blick in die Wohnung von Neureichen getan? Wenn ja, ist Ihnen dann nicht aufgefallen, daß diese Herrschaften, die vor wenigen Jahren noch in Gartenhäusern wohnten und die Wände mit Reklamebildern von Kupferberg schmückten, in der Ausstattung ihrer Wohnräume plötzlich einen Geschmack entwickelten, den man ihnen gar nicht zugetraut hätte? Einen Geschmack, von dem man glaubte, daß Generationen dazu gehörten, um ihn zu erwerben. Es kam ja auch früher hin und wieder einmal vor, daß solche Leute zu Geld kamen. Sie gewannen in der Lotterie oder ein Onkel aus Amerika starb. Dann kauften sie als erstes ein Klavier, und wenn der Onkel sehr reich gewesen war, so vertauschten sie den Öldruck im Wohnzimmer mit einem Gemälde von Anton von Werner. Nicht, weil sie es schöner fanden, sondern weil es teurer war. Sie nahmen sich eine größere Wohnung, kauften neue Plüschmöbel und deutsche Teppiche, behängten sich mit Brillanten und reisten im Sommer statt auf acht Tage nach Ahlbeck, auf vier Wochen nach Swinemünde. Innerhalb ihres Kreises, aus dem herauszukommen ihnen trotz der Erbschaft oder des Lotteriegewinnes selten gelang, waren sie damit als »die Reichen« gehandicapt. Das genügte ihnen.

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Emil, Artur Landsberger

Język
Rok wydania
2022
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Emil
Język
niemiecki
Wydawca
Culturea
Rok wydania
2022
Oprawa
miękka
Liczba stron
278
ISBN13
9791041900442
Seria
Kategorie
Tagi
Opis
Haben Sie schon einmal einen Blick in die Wohnung von Neureichen getan? Wenn ja, ist Ihnen dann nicht aufgefallen, daß diese Herrschaften, die vor wenigen Jahren noch in Gartenhäusern wohnten und die Wände mit Reklamebildern von Kupferberg schmückten, in der Ausstattung ihrer Wohnräume plötzlich einen Geschmack entwickelten, den man ihnen gar nicht zugetraut hätte? Einen Geschmack, von dem man glaubte, daß Generationen dazu gehörten, um ihn zu erwerben. Es kam ja auch früher hin und wieder einmal vor, daß solche Leute zu Geld kamen. Sie gewannen in der Lotterie oder ein Onkel aus Amerika starb. Dann kauften sie als erstes ein Klavier, und wenn der Onkel sehr reich gewesen war, so vertauschten sie den Öldruck im Wohnzimmer mit einem Gemälde von Anton von Werner. Nicht, weil sie es schöner fanden, sondern weil es teurer war. Sie nahmen sich eine größere Wohnung, kauften neue Plüschmöbel und deutsche Teppiche, behängten sich mit Brillanten und reisten im Sommer statt auf acht Tage nach Ahlbeck, auf vier Wochen nach Swinemünde. Innerhalb ihres Kreises, aus dem herauszukommen ihnen trotz der Erbschaft oder des Lotteriegewinnes selten gelang, waren sie damit als »die Reichen« gehandicapt. Das genügte ihnen.