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Syllogismen der Bitterkeit

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»Man kann nicht nachdenken und bescheiden sein. Sobald der Geist sich in Bewegung setzt, nimmt er den Platz Gottes und alles sonstigen ein. Er ist Indiskretion, Übergriff, Profanierung. Er ›arbeitet‹ nicht, er zersetzt. Die Spannung, die sein Vorgehen verrät, beweist Brutalität und Unerbittlichkeit. Ohne eine kräftige Dosis Grausamkeit könnte man keinen einzigen Gedanken zu Ende führen.« Dieses Bekenntnis zur Destruktivität des Geistes könnte als Motto über die versammelten Gedanken und Aphorismen stehen. Unter Ciorans Philosophenhammer bleibt nichts heil. In einer Manier, die an Nietzsches und Georges Batailles intellektuelle Unnachsichtigkeit erinnert, verletzt und verstört er alles, was uns hoch und heilig erscheint. Nichts bleibt in Ordnung, kein Stein an seinem Platz. »Alles ist Trug, ich habe es immer gewußt...« Selbst das Denken, das den Trug entlarven will, entpuppt sich als Selbstbetrug. Cioran hat in seinen Aphorismen eine Position des Zweiflers, des radikalen Skeptikers bezogen. Skepsis, »das ist der Rausch der Ausweglosigkeit«. In solchen Paradoxien bewegt sich Ciorans Denken, und es wäre ein Missverständnis, ihm diese Paradoxien als Vorwurf zu machen. Sie sind nicht dazu da, ausgelöscht zu werden, sondern um in ihrer Existenz etwas von der Paradoxie menschlicher Existenz fassbar zu machen.

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Syllogismen der Bitterkeit, Emil M. Cioran

Język
Rok wydania
1969
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Syllogismen der Bitterkeit
Język
niemiecki
Wydawca
S. Fischer
Rok wydania
1969
Oprawa
miękka
Seria
Pierwsze wydanie
1973
Oryginalna nazwa
De l'inconvénient d'être né
Ocena
4,05 z 5
Opis
»Man kann nicht nachdenken und bescheiden sein. Sobald der Geist sich in Bewegung setzt, nimmt er den Platz Gottes und alles sonstigen ein. Er ist Indiskretion, Übergriff, Profanierung. Er ›arbeitet‹ nicht, er zersetzt. Die Spannung, die sein Vorgehen verrät, beweist Brutalität und Unerbittlichkeit. Ohne eine kräftige Dosis Grausamkeit könnte man keinen einzigen Gedanken zu Ende führen.« Dieses Bekenntnis zur Destruktivität des Geistes könnte als Motto über die versammelten Gedanken und Aphorismen stehen. Unter Ciorans Philosophenhammer bleibt nichts heil. In einer Manier, die an Nietzsches und Georges Batailles intellektuelle Unnachsichtigkeit erinnert, verletzt und verstört er alles, was uns hoch und heilig erscheint. Nichts bleibt in Ordnung, kein Stein an seinem Platz. »Alles ist Trug, ich habe es immer gewußt...« Selbst das Denken, das den Trug entlarven will, entpuppt sich als Selbstbetrug. Cioran hat in seinen Aphorismen eine Position des Zweiflers, des radikalen Skeptikers bezogen. Skepsis, »das ist der Rausch der Ausweglosigkeit«. In solchen Paradoxien bewegt sich Ciorans Denken, und es wäre ein Missverständnis, ihm diese Paradoxien als Vorwurf zu machen. Sie sind nicht dazu da, ausgelöscht zu werden, sondern um in ihrer Existenz etwas von der Paradoxie menschlicher Existenz fassbar zu machen.