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Residenzstadt und Metropole

Zu einer kulturellen Topographie des Wiener Unterhaltungstheaters (1858-1918)

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Die Spezifik der städtischen Formation Wiens um 1900 bestand in der Überlagerung zweier divergierender Schichten, die sich im Stadtkörper, in den Handlungsformen der Stadtbewohner und in der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Stadt auffinden lassen: die Residenzstadt-Schicht verwies zurück ins 18. und frühe 19. Jahrhundert und wurde zum Vorstellungskomplex 'Alt-Wien' verdichtet, die Metropolen-Schicht repräsentierte Wiens Gegenwart als moderne Millionenstadt, gewann aber kaum Bedeutung für das Image der Stadt als einer barocken oder biedermeierlichen Idylle, das in jenen Jahren festgeschrieben wurde und bis in die Gegenwart fortwirkt. Das musikalische Unterhaltungstheater, insbesondere die Operette, folgte der Entwicklung der Stadt in alle ihre Verzweigungen: es bildete die Funktionsweisen der Metropole ebenso ab wie das Idealbild der Residenzstadt, es bezog einerseits Stellung zur Welt des neuen Jahrhunderts und reproduzierte andererseits jenes Image, das die Vergangenheit der Stadt verklärte. Über den Entwurf einer Theatertopographie lassen sich diese Verschränkungen nachvollziehen. Dabei geraten Fragen des Theaterbaus, des Repertoires, der Dramaturgie und der Aufführung in den Blick. In welch spezifische Unterhaltungsgenres die städtischen Schichten mündeten, machen die Karrieren des 'tanzenden Juden' Louis Treumann und des > Volksschauspielers< Alexander Girardi deutlich.

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Residenzstadt und Metropole, Marion Linhardt

Język
Rok wydania
2006
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Residenzstadt und Metropole
Podtytuł
Zu einer kulturellen Topographie des Wiener Unterhaltungstheaters (1858-1918)
Język
niemiecki
Wydawca
Niemeyer
Rok wydania
2006
Oprawa
twarda
ISBN10
3484660503
ISBN13
9783484660502
Seria
Opis
Die Spezifik der städtischen Formation Wiens um 1900 bestand in der Überlagerung zweier divergierender Schichten, die sich im Stadtkörper, in den Handlungsformen der Stadtbewohner und in der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Stadt auffinden lassen: die Residenzstadt-Schicht verwies zurück ins 18. und frühe 19. Jahrhundert und wurde zum Vorstellungskomplex 'Alt-Wien' verdichtet, die Metropolen-Schicht repräsentierte Wiens Gegenwart als moderne Millionenstadt, gewann aber kaum Bedeutung für das Image der Stadt als einer barocken oder biedermeierlichen Idylle, das in jenen Jahren festgeschrieben wurde und bis in die Gegenwart fortwirkt. Das musikalische Unterhaltungstheater, insbesondere die Operette, folgte der Entwicklung der Stadt in alle ihre Verzweigungen: es bildete die Funktionsweisen der Metropole ebenso ab wie das Idealbild der Residenzstadt, es bezog einerseits Stellung zur Welt des neuen Jahrhunderts und reproduzierte andererseits jenes Image, das die Vergangenheit der Stadt verklärte. Über den Entwurf einer Theatertopographie lassen sich diese Verschränkungen nachvollziehen. Dabei geraten Fragen des Theaterbaus, des Repertoires, der Dramaturgie und der Aufführung in den Blick. In welch spezifische Unterhaltungsgenres die städtischen Schichten mündeten, machen die Karrieren des 'tanzenden Juden' Louis Treumann und des > Volksschauspielers< Alexander Girardi deutlich.