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Die Ritornell-Arien der Weimarer Kantaten Johann Sebastian Bachs 1714 - 1716

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Die Ritornell-Arien der Weimarer Kantaten (1714-1716) nehmen in Johann Sebastian Bachs Vokalwerk insofern eine Schlüsselstellung ein, als Bach in ihnen seine spezifische Technik des „Vokaleinbaus“ entwickelte. Ausgangspunkt hierfür war die Idee, das Ritornell, das heißt das instrumentale Vorspiel der Arie, nicht nur als Zwischen- und Nachspiel zu wiederholen, sondern auch als Begleitsatz der Singstimme zu verwenden, indem die Singstimmenpartie in einen vom Ritornell übernommenen Rahmensatz „eingebaut“ wurde. In den so konzipierten Arien erweist sich der Konzertmeister des Weimarer Hofes als äußerst einfallsreicher Komponist, der in jeder Arie einen anderen Zusammenhang zwischen Ritornell und Singstimme ausführte. Grundlegend für die unschematische Gestaltung war darüber hinaus die Tendenz, Wiederholungen von Vokal-Abschnitten auf anderer Tonstufe nicht nur melodisch zu variieren, sondern auch zu verlängern oder zu verkürzen. Dieser Befund widerspricht der vor allem von Beiträgen zu Bachs Zahlensymbolik nahe gelegten Vorstellung, Bach habe in seinen Kompositionen stets größten Wert auf exakte Proportionen der formalen Anlage gelegt. Die Weimarer Ritornell-Arien lassen demgegenüber einen kompositorischen Ansatz erkennen, in dem regelmäßige Entsprechungen zwischen zwei Abschnitten bewusst vermieden wurden, um einen nicht schematischen, dafür umso nachdrücklicheren Textvortrag zu erzielen.

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Die Ritornell-Arien der Weimarer Kantaten Johann Sebastian Bachs 1714 - 1716, Erich Reimer

Język
Rok wydania
2007
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Die Ritornell-Arien der Weimarer Kantaten Johann Sebastian Bachs 1714 - 1716
Język
niemiecki
Wydawca
Dohr
Rok wydania
2007
Oprawa
twarda
Liczba stron
163
ISBN10
3936655464
ISBN13
9783936655469
Seria
Opis
Die Ritornell-Arien der Weimarer Kantaten (1714-1716) nehmen in Johann Sebastian Bachs Vokalwerk insofern eine Schlüsselstellung ein, als Bach in ihnen seine spezifische Technik des „Vokaleinbaus“ entwickelte. Ausgangspunkt hierfür war die Idee, das Ritornell, das heißt das instrumentale Vorspiel der Arie, nicht nur als Zwischen- und Nachspiel zu wiederholen, sondern auch als Begleitsatz der Singstimme zu verwenden, indem die Singstimmenpartie in einen vom Ritornell übernommenen Rahmensatz „eingebaut“ wurde. In den so konzipierten Arien erweist sich der Konzertmeister des Weimarer Hofes als äußerst einfallsreicher Komponist, der in jeder Arie einen anderen Zusammenhang zwischen Ritornell und Singstimme ausführte. Grundlegend für die unschematische Gestaltung war darüber hinaus die Tendenz, Wiederholungen von Vokal-Abschnitten auf anderer Tonstufe nicht nur melodisch zu variieren, sondern auch zu verlängern oder zu verkürzen. Dieser Befund widerspricht der vor allem von Beiträgen zu Bachs Zahlensymbolik nahe gelegten Vorstellung, Bach habe in seinen Kompositionen stets größten Wert auf exakte Proportionen der formalen Anlage gelegt. Die Weimarer Ritornell-Arien lassen demgegenüber einen kompositorischen Ansatz erkennen, in dem regelmäßige Entsprechungen zwischen zwei Abschnitten bewusst vermieden wurden, um einen nicht schematischen, dafür umso nachdrücklicheren Textvortrag zu erzielen.