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Destruktive Charaktere

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Als das deutsche Feuilleton den „Hipster“ entdeckte, schien er alle zeitgenössischen Entwicklungstendenzen in einem einzigen Sozialtypus zu bündeln. Obwohl niemand Hipster sein wollte, erkannte man ihn sofort: modisch ausgestattet, omnipräsent in sozialen Medien und gefürchtet in Szeneklubs, wurde er zum Ziel von Analyse und Spott. Der Hipster wurde als destruktiver Charakter angesehen. Inzwischen haben sich Phänomen und Diskurs jedoch weitgehend entkoppelt. Sein Erscheinungsbild ist ins Allgemeinwissen übergegangen, und der Spott darüber ist sowohl sofort abrufbar als auch leidenschaftslos geworden. Allein betrachtet wäre der Hipster kaum mehr als ein Vortragsthema wert. Doch als hartnäckiges Symptom eignet er sich zur kritischen Analyse der Ideologien und kulturellen Verwerfungen, die ihn hervorbringen und weit über ihn hinaus wirken. Die anhaltende Auflösung traditioneller Kategorien wie Klasse, Geschlecht und Geschichte sowie die Umbrüche in Öffentlichkeit, Kultur und Wissensproduktion zeigen sich auch in neuen Sozialtypen. Diese Entwicklungen verweisen auf den „neuen Geist des Kapitalismus“: Veränderungen der Arbeitsverhältnisse, Erosion des Bürgertums, Verschiebungen geschlechtlicher Identitäten und Krisen in Kunst und politischer Urteilskraft.

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Destruktive Charaktere, Chris W. Wilpert

Język
Rok wydania
2017
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Destruktive Charaktere
Język
niemiecki
Rok wydania
2017
Oprawa
miękka
ISBN10
3955750574
ISBN13
9783955750572
Seria
Ocena
4 z 5
Opis
Als das deutsche Feuilleton den „Hipster“ entdeckte, schien er alle zeitgenössischen Entwicklungstendenzen in einem einzigen Sozialtypus zu bündeln. Obwohl niemand Hipster sein wollte, erkannte man ihn sofort: modisch ausgestattet, omnipräsent in sozialen Medien und gefürchtet in Szeneklubs, wurde er zum Ziel von Analyse und Spott. Der Hipster wurde als destruktiver Charakter angesehen. Inzwischen haben sich Phänomen und Diskurs jedoch weitgehend entkoppelt. Sein Erscheinungsbild ist ins Allgemeinwissen übergegangen, und der Spott darüber ist sowohl sofort abrufbar als auch leidenschaftslos geworden. Allein betrachtet wäre der Hipster kaum mehr als ein Vortragsthema wert. Doch als hartnäckiges Symptom eignet er sich zur kritischen Analyse der Ideologien und kulturellen Verwerfungen, die ihn hervorbringen und weit über ihn hinaus wirken. Die anhaltende Auflösung traditioneller Kategorien wie Klasse, Geschlecht und Geschichte sowie die Umbrüche in Öffentlichkeit, Kultur und Wissensproduktion zeigen sich auch in neuen Sozialtypen. Diese Entwicklungen verweisen auf den „neuen Geist des Kapitalismus“: Veränderungen der Arbeitsverhältnisse, Erosion des Bürgertums, Verschiebungen geschlechtlicher Identitäten und Krisen in Kunst und politischer Urteilskraft.