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Melancholie als poetologische Allegorie

Zu Baudelaire und Flaubert

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  • 250 stron
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In Baudelaires und Flauberts berühmtesten Werken, Les Fleurs du Mal und Madame Bovary, kommt dem ennui, der epochenspezifischen Ausformung der Melancholie, eine zentrale Rolle zu: In Baudelaires Gedichtzyklus versucht der lyrische Sprecher Gedicht um Gedicht dieses ,schlimmste aller Laster' immer wieder aufs Neue erfolglos zu überwinden, und Flauberts Emma Bovary empfindet ein ständiges Ungenügen, von dem sie sich ebenso unaufhörlich wie vergeblich zu befreien versucht. Es ist die gleiche Struktur eines unstillbaren Begehrens, die den Fleurs du Mal wie Madame Bovary zugrunde liegt: Dem melancholischen lyrischen Sprecher wie der melancholischen Romanheldin erscheint die Welt grundsätzlich als defizitär, weshalb alles Neue eine Erlösung von dieser elementaren Mangelhaftigkeit zu versprechen scheint. Doch gehört es zum Wesen dieses Neuen, dass es, sobald es erscheint, zu etwas Altem wird, das es nun seinerseits zu überwinden gilt. Auf diese Weise wird eine Suche in Gang gesetzt, die kein Ende findet, und die als bewusst gestaltete Analogie zur modernen Ästhetik gedeutet werden kann - einer Ästhetik, in der die Kategorie des Neuen an die Stelle der alten Kategorie des Schönen tritt.

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Melancholie als poetologische Allegorie, Juana Christina von Stein

Język
Rok wydania
2020
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
Melancholie als poetologische Allegorie
Podtytuł
Zu Baudelaire und Flaubert
Język
niemiecki
Rok wydania
2020
Oprawa
miękka
Liczba stron
250
ISBN10
3110709759
ISBN13
9783110709759
Seria
Opis
In Baudelaires und Flauberts berühmtesten Werken, Les Fleurs du Mal und Madame Bovary, kommt dem ennui, der epochenspezifischen Ausformung der Melancholie, eine zentrale Rolle zu: In Baudelaires Gedichtzyklus versucht der lyrische Sprecher Gedicht um Gedicht dieses ,schlimmste aller Laster' immer wieder aufs Neue erfolglos zu überwinden, und Flauberts Emma Bovary empfindet ein ständiges Ungenügen, von dem sie sich ebenso unaufhörlich wie vergeblich zu befreien versucht. Es ist die gleiche Struktur eines unstillbaren Begehrens, die den Fleurs du Mal wie Madame Bovary zugrunde liegt: Dem melancholischen lyrischen Sprecher wie der melancholischen Romanheldin erscheint die Welt grundsätzlich als defizitär, weshalb alles Neue eine Erlösung von dieser elementaren Mangelhaftigkeit zu versprechen scheint. Doch gehört es zum Wesen dieses Neuen, dass es, sobald es erscheint, zu etwas Altem wird, das es nun seinerseits zu überwinden gilt. Auf diese Weise wird eine Suche in Gang gesetzt, die kein Ende findet, und die als bewusst gestaltete Analogie zur modernen Ästhetik gedeutet werden kann - einer Ästhetik, in der die Kategorie des Neuen an die Stelle der alten Kategorie des Schönen tritt.