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Vermutungen über das Labyrinth

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Südkorea hat in den vergangenen vierzig Jahren eine außerordentlich schnelle Modernisierung erlebt. Nach dem Korea-Krieg (1950-1953) eines der ärmsten Länder der Welt, mit einer fast ausschließlich bäuerlichen Bevölkerung, vollzog sich von etwa 1960 an ein rascher Aufstieg. Lee Sung-U, obgleich erst Mitte 40, hat also einen Wandel erlebt, für den Europa ein Jahrhundert brauchte. Diese Entwicklung brachte nicht allein steigenden Wohlstand für immer größere Teile der Bevölkerung, rapide Verstädterung und damit zuletzt ein Mehr an individuellen Freiheiten. Erkauft wurde der Fortschritt über Jahrzehnte hinweg mit katastrophalen Arbeitsbedingungen und einer Militärdiktatur, die von dem Putsch des Generals Park Chung-Hee 1961 bis in die neunziger Jahre hinein jede Opposition gewaltsam unterdrückte, erkauft wird der Fortschritt auch mit zunehmender Vereinzelung, die in Lee Sung-Us Erzählungen mehrfach ihre Widerspiegelung findet. Obwohl sich Lee Sung-U vor allem der Gegenwart zuwendet, spielen politische Konflikte in seinem Werk nur eine geringe Rolle. Vielmehr reflektiert er seine Distanz von der Politik in zwei Schriftstellerfiguren, die sicher nicht mit ihm gleichgesetzt werden können, deren Haltung jedoch deutliche Parallelen zu der seinen aufweisen.

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Vermutungen über das Labyrinth, Seung u I

Język
Rok wydania
2005
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Vermutungen über das Labyrinth
Język
niemiecki
Autorzy
Seung u I
Wydawca
Pendragon
Rok wydania
2005
Oprawa
twarda
ISBN10
3865320120
ISBN13
9783865320124
Seria
Tagi
Ocena
3 z 5
Opis
Südkorea hat in den vergangenen vierzig Jahren eine außerordentlich schnelle Modernisierung erlebt. Nach dem Korea-Krieg (1950-1953) eines der ärmsten Länder der Welt, mit einer fast ausschließlich bäuerlichen Bevölkerung, vollzog sich von etwa 1960 an ein rascher Aufstieg. Lee Sung-U, obgleich erst Mitte 40, hat also einen Wandel erlebt, für den Europa ein Jahrhundert brauchte. Diese Entwicklung brachte nicht allein steigenden Wohlstand für immer größere Teile der Bevölkerung, rapide Verstädterung und damit zuletzt ein Mehr an individuellen Freiheiten. Erkauft wurde der Fortschritt über Jahrzehnte hinweg mit katastrophalen Arbeitsbedingungen und einer Militärdiktatur, die von dem Putsch des Generals Park Chung-Hee 1961 bis in die neunziger Jahre hinein jede Opposition gewaltsam unterdrückte, erkauft wird der Fortschritt auch mit zunehmender Vereinzelung, die in Lee Sung-Us Erzählungen mehrfach ihre Widerspiegelung findet. Obwohl sich Lee Sung-U vor allem der Gegenwart zuwendet, spielen politische Konflikte in seinem Werk nur eine geringe Rolle. Vielmehr reflektiert er seine Distanz von der Politik in zwei Schriftstellerfiguren, die sicher nicht mit ihm gleichgesetzt werden können, deren Haltung jedoch deutliche Parallelen zu der seinen aufweisen.