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Città morta

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Lagger wagt es, Rom erneut einen Roman zu widmen. Seine „feinkristallene Prosa“ ist zugleich lyrisch und ästhetisch. „Città morta“ ist ein Projekt, das sich mit einem Klassiker auseinandersetzt und eine Gelegenheit bietet, Manns Werk neu zu betrachten. Dabei sind Ernüchterungen zu erwarten, doch Lagger integriert viele Bilder und Sätze, insbesondere jene, die er kursiv hervorhebt. Ironisch wird der komplexe Satzbau des Vorgängertextes durch Klammerausdrücke variiert. Aus dem Spiel mit „klassischen“ Elementen entsteht das Stimmungsbild einer homoerotischen Begegnung, die mit eigenwillig-schönen Bildwerten spielt. Laggers melancholisches, sinnlich helles Meer an Szenen endet am Campo de Fiori, einem zentralen Ort vieler deutschsprachiger Autoren. Der Autor schafft es, den abgedroschenen Bildern um die römischen Touristen-Hotspots neue Intimität zu verleihen und die Körperlichkeit des Sterblichen mit der Ewigen Stadt zu vergleichen. Auf poetische und symbolische Weise führt Lagger einen impressionistischen Film des Lebens vor, in dem Leidenschaft Sprach- und Altersbarrieren überwindet. Die Beobachtungen des Erzählers, der als Flaneur agiert, sind zeitlos und zeigen brutale, hartherzige Szenen, ohne Engagement des Erzählers. Lagger steht seinen Figuren wohlwollend nahe. Sein Roman ist ein lyrisches Dahinfließen, ein „Stadtprotokoll“ besonderer Art, das das schwule Begehren und die Entdeckung einer Stadt vielschichtig umsetzt.

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Città morta, Jürgen Lagger

Język
Rok wydania
2011
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Città morta
Język
niemiecki
Rok wydania
2011
Oprawa
twarda
Liczba stron
175
ISBN10
3902719923
ISBN13
9783902719928
Seria
Ocena
3 z 5
Opis
Lagger wagt es, Rom erneut einen Roman zu widmen. Seine „feinkristallene Prosa“ ist zugleich lyrisch und ästhetisch. „Città morta“ ist ein Projekt, das sich mit einem Klassiker auseinandersetzt und eine Gelegenheit bietet, Manns Werk neu zu betrachten. Dabei sind Ernüchterungen zu erwarten, doch Lagger integriert viele Bilder und Sätze, insbesondere jene, die er kursiv hervorhebt. Ironisch wird der komplexe Satzbau des Vorgängertextes durch Klammerausdrücke variiert. Aus dem Spiel mit „klassischen“ Elementen entsteht das Stimmungsbild einer homoerotischen Begegnung, die mit eigenwillig-schönen Bildwerten spielt. Laggers melancholisches, sinnlich helles Meer an Szenen endet am Campo de Fiori, einem zentralen Ort vieler deutschsprachiger Autoren. Der Autor schafft es, den abgedroschenen Bildern um die römischen Touristen-Hotspots neue Intimität zu verleihen und die Körperlichkeit des Sterblichen mit der Ewigen Stadt zu vergleichen. Auf poetische und symbolische Weise führt Lagger einen impressionistischen Film des Lebens vor, in dem Leidenschaft Sprach- und Altersbarrieren überwindet. Die Beobachtungen des Erzählers, der als Flaneur agiert, sind zeitlos und zeigen brutale, hartherzige Szenen, ohne Engagement des Erzählers. Lagger steht seinen Figuren wohlwollend nahe. Sein Roman ist ein lyrisches Dahinfließen, ein „Stadtprotokoll“ besonderer Art, das das schwule Begehren und die Entdeckung einer Stadt vielschichtig umsetzt.