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Die stumme Wahrheit

Eine Erzählung

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  • 84 strony
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Sie blieb im Auto sitzen, als ein Platzregen vom Himmel fiel. Ohne Schirm und in den falschen Schuhen lief sie unter den Bäumen zur Seniorenheim. Die alte Holzbank unter der Trauerweide war der Platz, an dem Großmutter immer gewartet hatte – oft vergeblich. Sie ging die Gänge entlang, ihre Schuhe klackerten unpassend auf dem Steinboden. Vor der vertrauten Tür blieb Anna stehen, nahm das Bild von Großmutter und trat ein. Das Fenster zum Park war weit geöffnet, der Regen hatte aufgehört. Sie zog ihre Schuhe aus und ließ sich in Großmutters Stuhl fallen, erinnerte sich an die letzte Umarmung. Das Bild drückte sie an ihr Herz und weinte bitterlich. Die Nachmittagssonne wärmte ihr Gesicht, während sie an ihre frühe Kindheit dachte, bevor der Wohlstand ins Mühlviertel kam und Maschinen die Menschen ersetzten. Dort, wo die Wälder des Böhmerwaldes den Himmel küssten und bunte Felder in die Sonne lachten, kam Großmutter zur Welt. Hinter Obstbäumen versteckt lag ein kleines Dorf mit moosbedeckten Dächern. Tiere tummelten sich auf den Hügeln, Kühe mit Hörnern weideten im Gras. In dieser Landschaft herrschte Ruhe und Besonnenheit unter den Menschen.

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Die stumme Wahrheit, Cäcilia Fuchs

Język
Rok wydania
2018
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Tytuł
Die stumme Wahrheit
Podtytuł
Eine Erzählung
Język
niemiecki
Wydawca
Edition R3
Rok wydania
2018
Liczba stron
84
ISBN10
390323902X
ISBN13
9783903239029
Seria
Opis
Sie blieb im Auto sitzen, als ein Platzregen vom Himmel fiel. Ohne Schirm und in den falschen Schuhen lief sie unter den Bäumen zur Seniorenheim. Die alte Holzbank unter der Trauerweide war der Platz, an dem Großmutter immer gewartet hatte – oft vergeblich. Sie ging die Gänge entlang, ihre Schuhe klackerten unpassend auf dem Steinboden. Vor der vertrauten Tür blieb Anna stehen, nahm das Bild von Großmutter und trat ein. Das Fenster zum Park war weit geöffnet, der Regen hatte aufgehört. Sie zog ihre Schuhe aus und ließ sich in Großmutters Stuhl fallen, erinnerte sich an die letzte Umarmung. Das Bild drückte sie an ihr Herz und weinte bitterlich. Die Nachmittagssonne wärmte ihr Gesicht, während sie an ihre frühe Kindheit dachte, bevor der Wohlstand ins Mühlviertel kam und Maschinen die Menschen ersetzten. Dort, wo die Wälder des Böhmerwaldes den Himmel küssten und bunte Felder in die Sonne lachten, kam Großmutter zur Welt. Hinter Obstbäumen versteckt lag ein kleines Dorf mit moosbedeckten Dächern. Tiere tummelten sich auf den Hügeln, Kühe mit Hörnern weideten im Gras. In dieser Landschaft herrschte Ruhe und Besonnenheit unter den Menschen.