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Schwindel

Geschichte einer Realität

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Mit ihrem letzten Roman von 1931 zeichnet Marta Karlweis ein erschütterndes Bild des deklassierten Bürgertums im kriegstraumatisierten Österreich der Ersten Republik. Über drei Generationen verfolgt sie das Schicksal einer exemplarischen Kleinbürgerfamilie, deren gescheiterte Existenz auf einer Kette von Betrügereien und Täuschungen basiert. Karlweis nutzt satirisch-groteske Überzeichnungen und begründet damit eine Tradition weiblichen Schreibens, die von Veza Canetti in der "Gelben Straße" aufgegriffen und bis zur Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek fortgeführt wird. Der Roman ist von großer Wucht; Karlweis schreibt ohne Weichzeichner, manchmal distanziert und spöttisch, dann wieder mit großer Nähe zu ihren Figuren. Das Raffinierte an ihrem Werk ist die kluge Schilderung des Unglücks von Ungebildeten in saftiger, plastischer Sprache – als wäre alles frisch gedacht oder spontan gesagt. Viele Passagen sind mit psychologischen Erkenntnissen untermalt, etwa dass unfreiwillige Armut Ängste hervorruft, als müsste man auf einer schmalen, hohen Mauer voller Glasscherben vorankommen. In der Literaturgeschichte werden oft Frauen wie Karlweis vergessen, deren Werke der Nationalsozialismus zunichtemachte.

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Schwindel, Marta Karlweis

Język
Rok wydania
2021
Oprawa
(twarda)
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Tytuł
Schwindel
Podtytuł
Geschichte einer Realität
Język
niemiecki
Rok wydania
2021
Oprawa
twarda
Liczba stron
260
ISBN10
3903244090
ISBN13
9783903244092
Seria
Kategorie
Ocena
3 z 5
Opis
Mit ihrem letzten Roman von 1931 zeichnet Marta Karlweis ein erschütterndes Bild des deklassierten Bürgertums im kriegstraumatisierten Österreich der Ersten Republik. Über drei Generationen verfolgt sie das Schicksal einer exemplarischen Kleinbürgerfamilie, deren gescheiterte Existenz auf einer Kette von Betrügereien und Täuschungen basiert. Karlweis nutzt satirisch-groteske Überzeichnungen und begründet damit eine Tradition weiblichen Schreibens, die von Veza Canetti in der "Gelben Straße" aufgegriffen und bis zur Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek fortgeführt wird. Der Roman ist von großer Wucht; Karlweis schreibt ohne Weichzeichner, manchmal distanziert und spöttisch, dann wieder mit großer Nähe zu ihren Figuren. Das Raffinierte an ihrem Werk ist die kluge Schilderung des Unglücks von Ungebildeten in saftiger, plastischer Sprache – als wäre alles frisch gedacht oder spontan gesagt. Viele Passagen sind mit psychologischen Erkenntnissen untermalt, etwa dass unfreiwillige Armut Ängste hervorruft, als müsste man auf einer schmalen, hohen Mauer voller Glasscherben vorankommen. In der Literaturgeschichte werden oft Frauen wie Karlweis vergessen, deren Werke der Nationalsozialismus zunichtemachte.