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re:synthesis

Verletzende Rede und Heilung in der Literatur

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  • 140 stron
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Verletzende Rede übt nach Judith Butler eine "eigene Form von Gewalt" aus, indem sie bestehende Herrschaftsverhältnisse festigt.In literarischen Texten zwischen 1925 und 1955 erlebt die Darstellung solcher Sprechakte ihre Hochkonjunktur. Autor:innen wie Marieluise Fleißer stellen sprachliche Verletzungen aus, zeigen die Daseinsmöglichkeiten von Subjekten auf und machen die beinahe körperliche Affektion der Worte spürbar. Dabei kennzeichnet diese Texte der sogenannten Synthetischen Moderne eine Gleichzeitigkeit von Krisen-diagnosen und der Suche nach einem höheren Sinn. In der Literatur nach der Synthese verliert der Aspekt einer übergeordneten metaphysischen Ganzheit hingegen immer mehr an Bedeutung und geht in den Werken postmoderner Autor:innen (wie Christian Kracht) schließlich völlig verloren. Damit einhergehend verebbt auch die dargestellte Wirkung sprachlicher Verletzungen: Wo kein innerer Kern der Figuren existiert, gibt es auch keine Möglichkeit der Verletzung mehr. Doch in aktuellen Werken von Joshua Groß, Marius Goldhorn, Lisa Krusche und Slata Roshal setzt wiederum ein Prozess der Resynthetisierung ein: Die Lebensformen des Subjekts in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts werden in einer membranlosen Offenheit in all ihren Widersprüchen gestaltet. Die Suche nach einem höheren Sinn und einer produktiven Zukunft kehrt zurück: Es sind Werke einer 're:synthesis'.

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re:synthesis, Kevin Schumacher

Język
Rok wydania
2025
Oprawa
(miękka)
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Tytuł
re:synthesis
Podtytuł
Verletzende Rede und Heilung in der Literatur
Język
niemiecki
Rok wydania
2025
Oprawa
miękka
Liczba stron
140
ISBN13
9783967079579
Seria
Tagi
Opis
Verletzende Rede übt nach Judith Butler eine "eigene Form von Gewalt" aus, indem sie bestehende Herrschaftsverhältnisse festigt.In literarischen Texten zwischen 1925 und 1955 erlebt die Darstellung solcher Sprechakte ihre Hochkonjunktur. Autor:innen wie Marieluise Fleißer stellen sprachliche Verletzungen aus, zeigen die Daseinsmöglichkeiten von Subjekten auf und machen die beinahe körperliche Affektion der Worte spürbar. Dabei kennzeichnet diese Texte der sogenannten Synthetischen Moderne eine Gleichzeitigkeit von Krisen-diagnosen und der Suche nach einem höheren Sinn. In der Literatur nach der Synthese verliert der Aspekt einer übergeordneten metaphysischen Ganzheit hingegen immer mehr an Bedeutung und geht in den Werken postmoderner Autor:innen (wie Christian Kracht) schließlich völlig verloren. Damit einhergehend verebbt auch die dargestellte Wirkung sprachlicher Verletzungen: Wo kein innerer Kern der Figuren existiert, gibt es auch keine Möglichkeit der Verletzung mehr. Doch in aktuellen Werken von Joshua Groß, Marius Goldhorn, Lisa Krusche und Slata Roshal setzt wiederum ein Prozess der Resynthetisierung ein: Die Lebensformen des Subjekts in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts werden in einer membranlosen Offenheit in all ihren Widersprüchen gestaltet. Die Suche nach einem höheren Sinn und einer produktiven Zukunft kehrt zurück: Es sind Werke einer 're:synthesis'.