Gesamtausgabe, Abteilung II - 11: Die Theologie Schleiermachers
Vorlesung Göttingen, Wintersemester 1923/24 - Akademische Werke
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Eine der letzten Veröffentlichungen Karl Barths, die umfangreichste aus seinem Todesjahr 1968, ist das Nachwort zu einer Schleiermacher-Auswahl und bietet eine Skizze seiner theologischen Autobiographie im Hinblick auf sein Verhältnis zu Schleiermacher. Friedrich Schleiermacher, der dominierende Einfluss in Barths theologischer Jugend, wird von Barth sowohl bekämpft als auch respektiert. Der Kontrast zwischen Schleiermacher und Barth prägt die evangelische Theologie des 20. Jahrhunderts. Die erstmals veröffentlichte Schleiermacher-Vorlesung aus Barths akademischer Frühzeit dokumentiert den Bruch zwischen ihm und seinem einst hoch verehrten Meister. Barth, überrascht von der Entfernung zu Schleiermacher, verzichtet auf eine distanzierte Darstellung und geht von den Predigten Schleiermachers in dessen Spätzeit aus. Er tastet sich von den reiferen Gedanken zu den Anfängen zurück und versucht, Schleiermacher aus den Grundantrieben seines Denkens heraus verständlich zu machen. Dieses Ringen zwischen der eigenen Position und der Auseinandersetzung mit Schleiermacher macht das Werk zu einer fesselnden Lektüre. Karl Barth, der von 1909 bis 1921 Pfarrer war und mit seiner Auslegung des Römerbriefes eine neue Epoche der evangelischen Theologie einleitete, war auch Kopf des Widerstands gegen die Gleichschaltung der Kirchen durch den Nationalsozialismus und Autor der Barmer Theologischen Erklärung.
