Hält Donald Trump den Satan auf? Vom Tech-Milliardär Peter Thiel bis hin zu Alexander Dugin, dem ultranationalistischen Sichwortgeber Putins, neuerdings bemühen alle ein biblisches Motiv: den Katechon. Als geheimnisvolle Kraft kann er das Böse aufhalten, seine irdische Gestalt soll ausgerechnet Donald Trump sein. Über eine Figur der politischen Theologie, mit der alles begründet, aber nichts erklärt werden kann. Wer ist der »Katechon«? Seit einiger Zeit verkünden rechte und religiöse Fundamentalisten, dass eine höhere Kraft den »falschen Verheißungen« des »Antichristen« entgegentrete. Diese Verlockungen gaukeln als Werte einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft den Menschen Sicherheit und Stabilität vor, während sie doch in Wahrheit nur Werke des Teufels sind. Mit dem Katechon als »Aufhalter« dieses Bösen wird nun eine theologische Figur in den Dienst genommen, um die Politik der extremen Rechten zu legitimieren. Spätestens, seit sich der Tech-Milliardär und Trump-Unterstützer Peter Thiel als Verfechter dieses Gedankens zu erkennen gab, ist das biblische Motiv einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Der Essay geht den Spuren des »Katechon«-Motivs bis in die Schriften des deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt nach.
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Das Deutsche Demokratische Reich
Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört
Ein wegweisendes und dringend erforderliches Buch für alle Demokraten, das auf Platz 1 der Sachbuchbestenliste steht. Volker Weiß bietet eine tiefgehende und historisch fundierte Analyse zur AfD und der extremen Rechten. Er enthüllt, wie diese Strömungen den westlichen Liberalismus überwinden und eine alternative Geschichtsdeutung durchsetzen wollen. Mit neuen Details und einer Analyse der rechten Gegenerzählungen seziert der Autor die neurechte Szene. Die extreme Rechte spricht von einem geistigen Bürgerkrieg in Deutschland, den sie gleichzeitig anheizt. Es geht um die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart, um Deutschland aus dem Westen herauszulösen. Die oft widersprüchlichen und schrillen Geschichtskonstruktionen zielen auf ein „Deutsches Demokratisches Reich“ ab, das autoritäre Systeme der deutschen Vergangenheit vereint. Weiß knüpft an seinen Bestseller an und analysiert neue Methoden der kulturellen Kriegsführung in Geschichts- und Geopolitik. Er zeigt die Entwicklungen des neuen rechten Denkens auf und untersucht die wichtigsten Strömungen und Akteure, während er auch vergleichbare Aktionen der rechten Milieus in Russland und den USA betrachtet. Eine kluge und schonungslose Darstellung der strategischen Umdeutung unserer Geschichte und der gezielten Zerstörung demokratischer Werte durch die extreme Rechte.
Die Reihe "GEGEN//ÜBER Debatten zur Gegenwart" entstand aus dem Bestreben, aktuelle politisch-gesellschaftliche Themen in das künstlerische Programm Berlins zu integrieren. Initiiert von Vertretern des Literarischen Colloquiums Berlin, der Jungle World und dem ausland, bietet sie Plattformen für aufschlussreiche Vorträge und Gespräche. Zwei Autoren pro Themenabend beleuchten verschiedene Aspekte der Gegenwart, was zu fruchtbaren Diskussionen und einem analytischen Blick auf die Welt führt.
Camera Austria International 148/2019
- 96 stron
- 4 godziny czytania
Das Buch [...] ist eine sehr klare, sehr kluge und sachliche Beschreibung der neurechten Pläne, ihrer historischen Vorbilder und internationalen Verknüpfungen. Margaretha Kopeinig, 03.2018
Der rheinische Jude, Revolutionär und Frühzionist Moses Hess (1812-1875) wurde zu Unrecht vergessen. Er gehörte zu den Gründern der Kölner Sozialdemokratie und war ihr erster Vorsitzender. Als leidenschaftlicher Intellektueller zählte er zu den wichtigsten Publizisten des deutschen Vormärz, fungierte als Vermittler französischer Theorie und organisierte die frühe Arbeiterbewegung mit. Berüchtigt waren seine Freund- und Feindschaften mit Karl Marx und Friedrich Engels, denen er den Weg in das radikale Denken wies. In Begleitung seiner Frau Sybille Pesch, einer einfachen Kölnerin, ständig auf der Flucht vor den Behörden, war er ein unermüdlicher Agitator. Einerseits war er ein typischer Vertreter des deutschen Judentums seiner Generation, das sich vollständig in der Gesellschaft zu assimilieren trachtete, andererseits thematisierte er als einer der Ersten die Judenfeindschaft auch der eigenen Umgebung. Am Ende seines Lebens entwickelte er die Vision eines jüdischen Staates als Musterdemokratie, in der er sozialistische und messianische Elemente vermischte. Spuren seines Werkes führen bis zu Walter Benjamin und Ernst Bloch. Mit diesem Buch gibt uns Volker Weiß Einblick in das Leben und Denken dieses außergewöhnlichen Autors.
