Eduard Berend Książki



Der oberfränkische Fremdling, der nach harten Hungerjahren mit einem literarischen Sensationserfolg den Weimarer Parnass durcheinanderbrachte, war ein manisches Lesetier, das mit enzyklopädischem Wissensdrang ganze Bibliotheken exzerpierte. Er lebte gelebte Unvoreingenommenheit, hatte einen jüdischen Händler als innigsten Freund und war ein charmanter Melancholiker, der der eigenen Vergänglichkeit ins Auge blickte. Als großer Unabhängiger wurde er von Heidelberger Studenten als 'Kämpfer für Freiheit und Recht' gefeiert, während er bescheiden in einem Landgasthof nur Kartoffeln aß. Als Trinkgenie entwarf er seine Texte im Wechsel stimulierender und beruhigender Essenzen und sprengte alle literarischen Formen, indem er die Moderne vorwegnahm. Jean Paul (1763-1825) ist eine einzigartige Erscheinung in der deutschen Literatur, dessen unkonventionelles Wesen sowohl Bewunderung als auch Kontroversen auslöste. Während einige ihn als 'wie aus dem Mond gefallen' bezeichneten, schätzten andere seinen Witz und seine Herzenswärme. Eduard Berend, Herausgeber seines Gesamtwerks, veröffentlichte bereits 1913 eine erste Sammlung von Zeugnissen zu Jean Pauls Leben, gefolgt von einer erweiterten Neuauflage 1956. Die vorliegende Ausgabe ist erstmals durchgängig mit zeitgenössischem Bildmaterial illustriert und bringt die Quellen auf den aktuellen bibliographischen Stand, sodass eine der faszinierendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte er