The declaration of equal rights arguably created the modern political
community. But this act of empowering individuals caused the disempowering of
the political community. Exposing this, Menke opens up a new way of
understanding rights that no longer involves the disempowering of the
political community--
Die Menschenrechte sind in der Gegenwart zur schlechthin grundlegenden und weltweit gültigen politischen Idee geworden. Auch wenn ihre Geschichte sehr viel weiter zurückreicht, beginnt der eigentliche Aufstieg der Menschenrechtsidee erst nach dem Zweiten Weltkrieg: in Reaktion auf die "Akte der Barbarei" totalitäre Politik. Diese haben nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie der Menschenrechte vor grundsätzlich neue Herausforderungen gestellt, deren Umrisse in diesem Band erkundet werden. Es geht darin um philosophische Grundfragen der Menschenrechtsidee im Lichte gegenwärtiger politisch-moralischer Erfahrungen. Wie kann die politische Leitidee, dass alle Menschen als Gleiche zu berücksichtigen sind, heute verstanden, begründet und verwirklicht werden?
Die Gegenwart der Tragödie - dieser Titel soll eine Behauptung aufstellen: die Behauptung, daß es auch gegenwärtig noch Tragödien gibt; daß die Tragödie nicht, wie seit dem romantischen Beginn der Moderne unablässig wiederholt wird, »antiquiert« (Friedrich Schlegel) geworden ist."
Eigenverantwortung, Initiative, Flexibilität, Beweglichkeit und Kreativität sind heute entscheidende gesellschaftliche Anforderungen, die Individuen erfüllen müssen, um an der Gesellschaft teilzuhaben. Diese neuen Erwartungen haben das alte Disziplinarmodell ersetzt, ohne die Disziplin vollständig abzuschaffen. An die Stelle der Normierung des Subjekts nach gesellschaftlich vorgegebenen Rollenbildern ist der Zwang zur kreativen Selbstverwirklichung getreten, der unter dem Zeichen des Wettbewerbs steht. Einstellungen und Lebensweisen, die einst einen qualitativen Freiheitsgewinn versprachen, sind nun so eng mit der gegenwärtigen Form des Kapitalismus verbunden, dass sie neue Formen sozialer Herrschaft und Entfremdung hervorgebracht haben. Innere Leere, gefühlte Minderwertigkeit und Antriebsschwäche scheinen die Kehrseite der Erwartung zu sein, dass Individuen, unabhängig von ihren sozialen Voraussetzungen, flexibel und kreativ am gesellschaftlichen Reproduktionsprozess teilnehmen. Diese Entwicklung hat ein Verständnis menschlicher Freiheit in die Krise gestürzt, das aus ästhetischen Erfahrungen und Figuren gespeist wird. Aus der Perspektive der aktuellen Gesellschaftskritik ist die individualistische Auflehnung gegen das soziale Gesetz, wie sie in der 'Künstlerkritik' (Chiapello) formuliert wird, ebenso problematisch wie die romantische Tradition, in der sie verwurzelt ist. Der Band untersucht, wie aktuelle gesellschaftliche En
Im Zentrum der ästhetischen Theorien Adornos und Derridas steht der Anspruch der Kunst auf Souveränität: Die Kunst überschreitet das ausdifferenzierte Gefüge der modernen Vernunft, indem sie gleichwohl ein Moment neben und unter anderen ist. Besonders die neueren hermeneutischen Ästhetiken haben deshalb in der Proklamation ästhetischer Souveränität eine Preisgabe der Autonomie der Kunst und ihre Gleichsetzung mit einer überlegenen Einsicht in die Verfaßtheit aller Vernunft gesehen. In einer Argumentation, in der sich Derridas Dekonstruktion und Adornos Negativitätsästhetik wechselseitig kritisieren und erhellen, wird ein Begriff ästhetischer Erfahrung entwickelt, der dem hermeneutischen Einwand begegnet. Kerngedanke dabei ist, daß die Kunst durch ihre Negativität eine vernünftig nicht bewältigbare Gefahr für unsere nicht-ästhetischen Diskurse darstellt.
Wir leben in einer Zeit gescheiterter Befreiungen. Denn bei Lichte besehen haben alle Befreiungsversuche früher oder später neue Formen der Herrschaft und damit der Knechtschaft hervorgebracht. Für Christoph Menke verlangt die Erklärung dieser Situation nach einer Umkehrung des Blicks. Anstatt uns einfach dem nächsten Befreiungsprojekt zuzuwenden, müssen wir analysieren, wie die bisherigen Befreiungsversuche verlaufen sind. Vor allem ihr Anfang ist dabei entscheidend – die gewöhnliche, aber faszinierende Erfahrung, dass eine Gewohnheit, die uns knechtet, plötzlich bricht. Sie zu bejahen heißt, in die Praxis der Befreiung einzutreten.
Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wertschöpfung von Messeveranstaltern stehen im Mittelpunkt dieser Analyse. Christoph Menke untersucht detailliert, wie digitale Entwicklungen die Branche beeinflussen und leitet daraus spezifische Management-Implikationen ab. Zudem wird die Wertschöpfungssystematik der Messeveranstalter umfassend dargestellt, während die Aspekte der Digitalisierung in klaren Modulen strukturiert und definiert werden. Die Arbeit bietet somit eine tiefgehende Einsicht in die Herausforderungen und Chancen, die die Digitalisierung für die Messebranche mit sich bringt.
Noch nie war die Kunst sichtbarer, präsenter und prägender als heute und noch nie war sie zugleich so sehr ein bloßer Teil der gesellschaftlichen Prozesse: eine Ware, eine Unterhaltung, eine Meinung, eine Erkenntnis, eine Handlung. Die gesellschaftliche Allgegenwart der Kunst geht einher mit dem zunehmenden Verlust dessen, was wir ihre ästhetische »Kraft« nennen können. »Kraft« – im Unterschied zu unseren »vernünftigen Vermögen« – meint hier den unbewussten, spielerischen, enthusiastischen Zustand, ohne den es keine Kunst geben kann. Die philosophische Reflexion auf diesen Zustand führt Christoph Menke zur Bestimmung ästhetischer Kategorien – Kunstwerk, Schönheit, Urteil – und zum Aufriss einer ästhetischen Politik, das heißt einer Politik der Freiheit vom Sozialen und der Gleichheit ohne Bestimmung.
Wie jede Philosophie enthält die Dekonstruktion eine Untersuchung grundlegender Begriffe wie Bedeutung, Wahrheit, Wissen oder Gerechtigkeit. Sie fragt danach, was die damit bezeichneten normativen Orientierungen ermöglicht, sie zugleich in ihrer »strengen Reinheit« (Derrida) unmöglich macht. Der Versuch, diese Antwort der Dekonstruktion in unterschiedlichen Feldern der Philosophie zu erproben, ist das gemeinsame Ziel der Beiträge des Bandes. Dabei eint sie die These, daß es Bedeutung, Wahrheit, Wissen, Gerechtigkeit nur in Praktiken des Sprechens, Beurteilens, Erkennens, Entscheidens gibt und wir sie dennoch in unseren Praktiken nicht garantieren und gewährleisten können.
Mit Beiträgen von Luc Boltanski, Ulrich Bröckling, Ève Chiapello und anderen wird untersucht, wie Eigenverantwortung, Initiative, Flexibilität, Beweglichkeit und Kreativität zu zentralen gesellschaftlichen Anforderungen geworden sind. Diese neuen Erwartungen haben das alte Disziplinarmodell abgelöst, ohne die Disziplin vollständig zu beseitigen. Anstelle von normierten Rollenbildern steht nun der Zwang zur kreativen Selbstverwirklichung im Zeichen des Wettbewerbs. Einstellungen, die einst als Weg zu mehr Freiheit galten, scheinen sich mit dem gegenwärtigen Kapitalismus zu verknüpfen und führen zu neuen Formen sozialer Herrschaft und Entfremdung. Innere Leere und Antriebsschwäche sind die Schattenseiten der Erwartung an Individuen, sich unabhängig von ihren sozialen Voraussetzungen flexibel und kreativ in den gesellschaftlichen Reproduktionsprozess einzubringen. Diese Entwicklungen stellen insbesondere das Verständnis von menschlicher Freiheit in Frage, das aus ästhetischen Erfahrungen und Figuren gespeist wird. Die aktuelle Gesellschaftskritik beleuchtet die Problematik der individualistischen Auflehnung gegen soziale Gesetze, wie sie im Konzept der „Künstlerkritik“ (Chiapello) formuliert ist. Der Band widmet sich der Beziehung zwischen gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen und ästhetischen Modellen sowie Traditionen der Kritik aus soziologischer, philosophischer, kulturtheoretischer und historischer Sicht.
Im 18. Jahrhundert entstand die Ästhetik als eigenständige philosophische Disziplin, was nicht nur eine neue Denkweise über das Schöne und die Künste einleitete, sondern auch traditionelle philosophische Begriffe wie Sinnlichkeit, Fähigkeit und Tätigkeit neu definierte. Die Ästhetik wurde als Kategorie verstanden, die den menschlichen Geist umfassend betrifft. Der Perspektivenwechsel war jedoch von Anfang an umstritten. Alexander Gottlieb Baumgarten sah die Ästhetik als Denken des Subjekts und seiner praktischen Vermögen, während Johann Gottfried Herder ein Modell entwickelte, das Ästhetik als Denken der Kraft betrachtet – der Kraft im Gegensatz zum Vermögen, des Spiels zur Praxis, des Lebens zum Handeln. Für Baumgarten war die Ästhetik sowohl Modell als auch Instrument der Subjektivierung, während Herder sie als anthropologischen Ansatz von einem ästhetischen Standpunkt verstand, der das Subjekt in Differenz zu sich selbst betrachtet. Christoph Menke rekonstruiert die ästhetischen Debatten des 18. Jahrhunderts und beleuchtet den produktiven Streit zwischen „Vermögen“ und „Kraft“. Er interpretiert diesen Streit als Matrix entscheidender Frontstellungen in der gegenwärtigen Philosophie und möchte mit diesem Buch zur Aufklärung, nicht zur Überwindung, beitragen.