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Nachtdienst

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Das letzte Wegstück legte ich zu Fuß zurück, über die Brücke und entlang am schmiedeeisernen Zaun des ersten Mietshauses. Ich schaue zu den Fenstern im ersten Stock hinauf, alles wirkt schmal und klein, viel kleiner als in meiner Erinnerung. Es riecht anders in den Gängen, nur im Keller nicht, wo es mich als erstes hinzieht, ein gestampfter Erdkeller mit Holzlattenwänden. Eine junge Frau kehrt in die Wohnung ihres Vaters zurück. Noch stehen viele Flaschen herum, vertrocknete Brotreste und leere Konservenbüchsen - die Hinterlassenschaften eines alten Mannes. Bald wird die Wohnung leer und wieder vermietet sein. In der Erinnerung beginnt sich die Vergangenheit neu zu ordnen. Der Vater war liebevoll und gesprächig, besonders bei Familienreisen. Die Tochter genoss es, ihn für sich allein zu haben, wenn sie zur Schwarzarbeit gingen. Doch der Vater kam immer weniger mit seinem Leben zurecht und begann zu trinken, was auch seine Frau nicht aufhalten konnte. Sie galt als eigensinnig, da sie anders gekleidet war als die anderen Frauen. Melitta Breznik beschwört in langen Sätzen die Kindheit und die Empfindungen in einer Familie, in der jeder um ein bisschen Luft zum Atmen kämpfte. Mit dieser Erzählung ist ihr ein eindringliches Abschiedsbuch gelungen, das auf zarte und eindrückliche Weise Lebewohl sagt.

Wydanie

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Nachtdienst, Melitta Breznik

Język
Rok wydania
1995
Oprawa
(miękka)
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Dobra
12 Ocena

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Tytuł
Nachtdienst
Język
niemiecki
Rok wydania
1995
Oprawa
miękka
ISBN10
3630869319
ISBN13
9783630869315
Seria
Kategorie
Ocena
3,1 z 5
Opis
Das letzte Wegstück legte ich zu Fuß zurück, über die Brücke und entlang am schmiedeeisernen Zaun des ersten Mietshauses. Ich schaue zu den Fenstern im ersten Stock hinauf, alles wirkt schmal und klein, viel kleiner als in meiner Erinnerung. Es riecht anders in den Gängen, nur im Keller nicht, wo es mich als erstes hinzieht, ein gestampfter Erdkeller mit Holzlattenwänden. Eine junge Frau kehrt in die Wohnung ihres Vaters zurück. Noch stehen viele Flaschen herum, vertrocknete Brotreste und leere Konservenbüchsen - die Hinterlassenschaften eines alten Mannes. Bald wird die Wohnung leer und wieder vermietet sein. In der Erinnerung beginnt sich die Vergangenheit neu zu ordnen. Der Vater war liebevoll und gesprächig, besonders bei Familienreisen. Die Tochter genoss es, ihn für sich allein zu haben, wenn sie zur Schwarzarbeit gingen. Doch der Vater kam immer weniger mit seinem Leben zurecht und begann zu trinken, was auch seine Frau nicht aufhalten konnte. Sie galt als eigensinnig, da sie anders gekleidet war als die anderen Frauen. Melitta Breznik beschwört in langen Sätzen die Kindheit und die Empfindungen in einer Familie, in der jeder um ein bisschen Luft zum Atmen kämpfte. Mit dieser Erzählung ist ihr ein eindringliches Abschiedsbuch gelungen, das auf zarte und eindrückliche Weise Lebewohl sagt.